Gefördert durch

Mitglieder anzeigen

In Kooperation mit

Kulturradio rbb - Hier spielt die Klassik Berliner Morgenpost National Geographic Deutschland zitty Berlin Dussmann das KulturKaufhaus GmbH
RBB Fernsehen

Nofretete – Ägyptische Königin und Kunstobjekt der Superlative aus der Werkstatt des Thutmosis

Die bunt bemalte Büste der Nofretete ist eines der berühmtesten archäologischen Objekte weltweit und lockt jährlich über eine Million Menschen in das Neue Museum, die der „schönsten Berlinerin“ ihren Besuch abstatten wollen. Doch wer war eigentlich diese Königin, deren Name „Die Schöne ist gekommen“ bedeutet und die jeden Betrachter in den Bann zieht?

Nofretete war die Hauptgemahlin Amenophis IV., besser bekannt als Echnaton, und entstammte entgegen der üblichen Tradition aus nichtköniglichem Hause. Über ihre Herkunft und ihre letzten Lebensjahre lassen sich nur Vermutungen anstellen.

Erhalten geblieben sind uns jedoch ihre zahlreichen, beeindruckenden Abbildungen und Skulpturen: Viele Reliefs zeigen Nofretete mit ihrem Gemahl Echnaton im harmonischen Miteinander mit den Kindern spielend oder speisend und trinkend. Neben diesen Familienbildern tritt Nofretetes herausragende Bedeutung in den vielen Kultszenen zum Vorschein. Den Gott Aton anbetend oder ihm Opfer darbringend ist sie neben Echnaton die Schlüsselfigur als Vermittlerin der neuen Aton-Religion und nimmt damit gleichzeitig einen Platz innerhalb der göttlichen Triade „Aton – Echnaton – Nofretete“ ein.

Meist trägt Nofretete entweder eine kurze Perücke, die Doppelfederkrone, eine blaue Kappe oder die für sie typische blaue, helmartige Krone, die auch die Büste im Neuen Museum auf der Museumsinsel Berlin auszeichnet.

Ludwig Borchardt stieß 1912 während seiner Grabung am Tell el-Amarna in den Überresten einer Bildhauerwerkstatt auf die bunte Büste der Königin. Nicht weit entfernt wurde in einer Abfallgrube im Hof des Anwesens ein Fragment einer elfenbeinernen Pferdescheuklappe geborgen, die den Namen eines Bildhauers Thutmosis trägt. Diese Tatsache führte zur Einordnung der Büste als Werk des Thutmosis.

Die Büste der Nofretete ist Zeugnis der exquisiten Handwerkskunst der Amarna-Ära. Die in der Südstadt von Amarna arbeitenden Künstler und Handwerker setzten die religiösen Vorstellungen des Königs Echnatons in einer neuen Darstellungsweise und mit neuen Techniken um, die in ihrer Perfektion das große handwerkliche Können dieser Berufsgruppe bezeugen. Für die Herstellung von Skulpturen, von denen einige auch als Kompositstatuen aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt wurden, dienten Porträtstudien und Gipsabformungen als Modelle für die individualisierende Wiedergabe der Gesichter. Auch die berühmte Büste der Nofretete fungierte nach allgemeiner Auffassung ursprünglich als ein solches Modell.